Euphorbia lathyris – Wilczomlecz Groszkowy
Euphorbia lathyris, Wilczomlecz Groszkowy, ist eine architektonische, frostharte zweijährige Pflanze aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), geschätzt für ihre regelmäßige, blaugrüne Wuchsform mit kreuzweise angeordneten Blättern. Im Garten ist sie von der Legende umwoben, dass sie Maulwürfe und Wühlmäuse vertreibt, gleichzeitig gehört sie zu den stark giftigen Pflanzen.
Synonyme und Nomenklatur
Die Art wurde von Linnaeus (1753) beschrieben. Die Kew POWO-Datenbank listet etwa 10 Synonyme auf; die wichtigsten sind:
- Epurga lathyris (L.) Fourr.
- Euphorbia decussata Salisb.
- Euphorbion lathyrum (L.) St.-Lag.
- Galarhoeus lathyris (L.) Haw.
- Keraselma lathyris (L.) Raf.
- Tithymalus lathyris (L.) Hill
- Euphorbia spongiosa Ledeb. ex Schrank
- Euphorbia lathyris var. minor Hook. & Arn.
- Tithymalus cataputia Garsault
Auf Englisch wird die Pflanze „caper spurge“, „mole plant“, „gopher plant“, „gopher spurge“ und „paper spurge“ genannt, auf Deutsch „Kreuzblättrige Wolfsmilch“, „Springwolfsmilch“ und „Maulwurfskraut“; die polnische Bezeichnung lautet Wilczomlecz Groszkowy. Achtung bei der Schreibweise – die Form „lathyrus“ ist falsch.
Herkunft und Aussehen
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art umfasst Zentralasien und Pakistan, doch wurde die Pflanze weit verbreitet eingeschleppt und hat sich in Europa, Nord- und Südamerika, Nordafrika und Australien etabliert, wo sie teilweise als Unkraut gilt. Es handelt sich um eine aufrechte, ein- bis zweijährige Pflanze, die etwa 1,5 m hoch wird, mit einem geraden, bereiften, blaugrünen Stängel.
Die Blätter sind in sich kreuzenden Paaren (Dekussation) angeordnet, lanzettlich, 5–15 cm lang, wachsartig blaugrün mit einer hellen Mittelrippe – genau diese Geometrie verleiht der Pflanze ihr architektonisches Aussehen. Die Blüten sind kleine, grünliche Cyathien ohne auffällige Blütenblätter, die Früchte kugelige Kapseln mit einem Durchmesser von 13–17 mm, die aufplatzen und Samen auswerfen.
Frosthärte und Anbau
Der Erbsen-Wolfsmilch ist vollständig frosthart (USDA-Zonen 6–9) und verträgt problemlos Winter in den meisten Teilen Europas. Er bevorzugt volle Sonne und einen leichten, durchlässigen Boden, wächst aber fast überall und ist sehr trockenheitsresistent; nur Staunässe verträgt er nicht. Nach der Etablierung sät er sich reichlich selbst aus – um die Ausbreitung zu begrenzen, können die Samenkapseln vor der Reife entfernt werden.
Anbau aus Samen
Die Samen sind groß und leicht zu handhaben. Sie werden im Frühjahr oder Herbst direkt ins Freiland gesät – die Herbstsaat nutzt die natürliche Winterkälte, die die Keimung ausgleicht. Ein Teil der Samen keimt erst im folgenden Frühjahr. Verzögerte Keimung kann durch eine kühle, feuchte Stratifizierung (etwa 3 Wochen bei 4 °C) und anschließend bei 15–20 °C gefördert werden. Die Keimung ist oft ungleichmäßig und kann von zwei Wochen bis zu mehreren Monaten dauern.
Sicherheit – giftige Pflanze
Die gesamte Pflanze ist stark giftig, und der milchige Latex reizt Haut und Augen stark – Kontakt kann Rötungen und Blasen verursachen. Besonders gefährlich sind die Samen, die mit Kapern verwechselt wurden und schwere Vergiftungen auslösten. Die Pflanze wird ausschließlich als Zierpflanze verwendet; bei der Pflege sollten Handschuhe getragen und die Augen geschützt werden, außerdem ist sie von Kindern und Tieren fernzuhalten.
Verwendung und Interessantes
Es ist eine dekorative, „strukturelle“ Pflanze für naturalistische Beete, geschätzt für ihre geometrische, blaugrüne Form. Seit Jahrhunderten wird sie gepflanzt, in der Überzeugung, dass die Wurzelexsudate Maulwürfe und Wühlmäuse vertreiben (daher die Namen „mole plant“ und das deutsche „Maulwurfskraut“), obwohl diese Wirkung anekdotisch ist. Im 20. Jahrhundert wurde sie auch als potenzielle Latex-Energiepflanze untersucht.
Zusammenfassung
Der Erbsen-Wolfsmilch ist eine dankbare, frostharte zweijährige Pflanze mit architektonischer Form, die sich selbst durch Selbstaussaat erneuert und kaum Pflege benötigt. Man muss nur ihre Giftigkeit beachten und mit Handschuhen arbeiten – dafür bietet sie eine eindrucksvolle blaugrüne Struktur im Garten und den berühmten Ruf als „Maulwurfspflanze“.