Euphorbia cooperi – Wilczomlecz Coopera
Euphorbia cooperi ist eine sukkulente, baumartige Wolfsmilch aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und einer der wenigen wirklich „baumartigen“ Vertreter der Gattung Euphorbia. Sie stammt aus dem warmen Buschveld Süd- und Ostafrikas und wird als Pflanze mit markanter, architektonischer Form geschätzt – fleischige, segmentierte Triebe bilden eine kandelaberartige Krone, die auf einem kahlen, grauen Stamm sitzt.
Synonyme und Nomenklatur
Die Art wurde von N.E. Brown (1907) beschrieben. In der POWO-Datenbank ist der Artname „rein“ – es werden keine Synonyme aufgeführt. Es werden jedoch drei Varietäten unterschieden, und das einzige weiter verbreitete Synonym existiert auf Varietätsebene:
- Euphorbia ussanguensis N.E.Br. = Euphorbia cooperi var. ussanguensis
- akzeptierte Varietäten: var. cooperi, var. calidicola, var. ussanguensis
Auf Englisch trägt die Pflanze die Namen Bushveld Candelabra Tree, Transvaal Candelabra Tree und Candelabra Euphorbia; auf Afrikaans – Transvaalse kandelaarnaboom, auf Zulu – umhlonhlo. Der deutsche Name Wilczomlecz Coopera ist eine Handelsübersetzung.
Botanische Beschreibung und Aussehen
Die Pflanze erreicht in der Natur gewöhnlich eine Höhe von etwa 7 Metern (maximal bis zu 9 m). Der kahle, graue Stamm wird bis zu 3 m hoch und etwa 35 cm dick, mit Narben von abgefallenen Ästen, und trägt eine abgerundete, abgeflachte Krone. Die sukkulenten Triebe sind fleischig, deutlich 4–6-flügelig und in Segmente unterteilt, was ihnen das Aussehen einer „Perlenkette“ verleiht.
An der verholzten Kante der Flügel sitzen paarweise kurze (5–7 mm) Dornen, grau mit dunkleren Spitzen. Die Blätter sind rudimentär und fallen schnell ab. Kleine, gelbgrüne bis goldene Cyathien erscheinen in Gruppen an den Zweigenden im frühen Frühling (auf der Südhalbkugel September–Oktober), danach bilden sich dreilappige Fruchtkapseln mit rötlichem Überzug.
Wachstumsgeschwindigkeit und Frosthärte
Die Wachstumsgeschwindigkeit ist langsam bis mäßig, typisch für baumartige sukkulente Wolfsmilchgewächse. Die Art stammt aus warmen, saisonal trockenen Buschlandschaften und verträgt keinen Frost – die sichere Mindesttemperatur liegt bei etwa -3 bis -4 °C für kurze Zeit bei trockenem Substrat. Sie entspricht USDA-Zone 10 (ungefähr 9b–11); im gemäßigten Klima ist eine Freilandkultur nicht möglich.
Kultur im gemäßigten Klima
Euphorbia cooperi wird in Töpfen als eindrucksvolle Strukturpflanze kultiviert. Sie benötigt volle Sonne und ein sehr durchlässiges, mineralisches Substrat für Sukkulenten und Kakteen. Die Bewässerung muss sparsam erfolgen: von Frühling bis Herbst nach dem Austrocknen der obersten Schicht, im Winter stark eingeschränkt – zu viel Wasser führt schnell zum Faulen von Trieben und Wurzeln. Die Überwinterung sollte hell, trocken und bei positiven Temperaturen, etwa 5–12 °C, erfolgen; die Pflanzen dürfen nicht Frost ausgesetzt werden. Die Sonneneinstrahlung nach dem Winter wird schrittweise erhöht, um Verbrennungen zu vermeiden.
Anzucht aus Samen
Die Samen werden im Frühling ausgesät, nach eventuell etwa 24-stündigem Einweichen, in warmes (20–25 °C), steriles und sehr durchlässiges Substrat. Die Keimung erfolgt meist innerhalb von 1–3 Wochen, kann jedoch ungleichmäßig und launisch sein – entscheidend sind die Frische der Samen, Wärme und das Vermeiden von zu viel Feuchtigkeit, die das Faulen der Keimlinge begünstigt. Die Vermehrung durch Stecklinge ist einfacher, aber die Aussaat aus Samen liefert die gesündesten, selbstständig bewurzelten Pflanzen.
Sicherheit – Milchsaft
Der Milchsaft der Euphorbia cooperi ist stark reizend und giftig für Menschen und Tiere. Hautkontakt kann Blasen verursachen, Dämpfe in der Nähe der „blutenden“ Pflanze reizen den Hals, und Kontakt mit den Augen kann schwere Schäden bis hin zum Verlust des Sehvermögens verursachen. Beim Schneiden und Umtopfen sollte man Handschuhe tragen und die Augen schützen; die Pflanze sollte von Kindern und Haustieren ferngehalten werden.
Verwendung und Zielgruppe
Sie ist vor allem eine Sammler- und Zierpflanze mit architektonischem Akzent – ein starker Blickfang in der Sukkulentensammlung, auf der Fensterbank, dem Balkon oder der Terrasse im Sommer sowie im Wintergarten und Gewächshaus. Die Pflege eines ausgewachsenen Exemplars ist nicht schwierig (Sonne, Drainage, wenig Wasser), aber die launische Keimung aus Samen und der giftige Saft machen die Art am besten geeignet für Sammler und erfahrene Euphorbienzüchter.
Interessantes
Der Artname ehrt Thomas Cooper, einen englischen Botaniker des 19. Jahrhunderts, der Pflanzen in Südafrika sammelte. Der ätzende Saft wurde von der einheimischen Bevölkerung als Fischgift verwendet – ein mit Latex getränkter Grasbüschel wurde ins Wasser geworfen, und die gelähmten Fische trieben an die Oberfläche. Aufgrund des brennenden Safts wird die Pflanze weder von Nutztieren noch von Wildtieren angefasst.
Zusammenfassung
Euphorbia cooperi ist einer der eindrucksvollsten baumartigen Wolfsmilchgewächse – der kandelabergleiche Wuchs, segmentierte Triebe und der geringe Wasserbedarf machen sie zu einer dankbaren Skulpturenpflanze für Sukkulentensammlungen. Sie benötigt nur Sonne, gute Drainage und Vorsicht wegen des giftigen Safts, belohnt aber mit einer charakteristischen, „wüstenhaften“ Silhouette das ganze Jahr über.