Koelreuteria bipinnata – Zweiflügeliger Roztrzeplin (Chinesischer Feuerbaum)
Koelreuteria bipinnata, der zweiflügelige Roztrzeplin, bekannt als chinesischer Feuerbaum, ist einer der wenigen Bäume, die mitten im Sommer blühen. Er gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) und beeindruckt mit großen Rispen gelber Blüten sowie spektakulären, rosa-lachsfarbenen, lampionartigen Samenkapseln.
Synonyme und Benennung
Die Art wurde von Franchet (1886) beschrieben. Die Kew POWO-Datenbank listet mehrere Synonyme auf, darunter:
- Koelreuteria integrifoliola Merr.
- Koelreuteria bipinnata var. integrifoliola (Merr.) T.C.Chen
- Koelreuteria bipinnata var. puberula Chun
Auf Englisch wird die Pflanze „Chinese flame tree“, „Chinese golden rain tree“ und „bougainvillea goldenraintree“ genannt, auf Chinesisch 复羽叶栾树, und auf Deutsch wird sie manchmal Blasenbaum genannt; auf Polnisch heißt sie roztrzeplin dwupierzasty.
Herkunft und Aussehen
Die Art stammt aus Süd-Zentral- und Südostchina bis Nordvietnam; sie wurde 1886 in Yunnan entdeckt. Es ist ein laubabwerfender Baum, der 7–20 m hoch wird, mit wenigen Ästen und einer rundlich bis abgeflachten Krone, der gewöhnlich 50–150 Jahre alt wird.
Die Blätter sind groß, zweifach gefiedert (daher der Name „zweiflügelig“), grün und verfärben sich im Herbst gelb. Im Sommer bildet der Baum prächtige, verzweigte, endständige Rispen von 20–50 cm Länge, bestehend aus kleinen gelben Blüten mit rot-orangefarbenem Zentrum. Am charakteristischsten sind jedoch die Früchte – dreiteilige, aufgeblasene, papierartige Kapseln von 3–6 cm Länge, die kleinen chinesischen Lampions ähneln und anfangs rosa bis lachsfarben sind. Im Inneren verbergen sich harte, schwarze, kugelige Samen.
Frosthärte und Anbau
Der Blasenbaum ist frosthart (USDA-Zonen 7–9) und verträgt das mitteleuropäische Klima gut. Er benötigt volle Sonne für eine reiche Blüte und eine schöne Wuchsform. Dabei ist er außergewöhnlich anspruchslos: Er toleriert arme, tonige, sandige und basische Böden, ist sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit, Wind, Versalzung und städtische Verschmutzung und erkrankt selten.
Anbau aus Samen
Die Samen haben eine harte, undurchlässige Schale und eine doppelte Ruhephase. Vor der Aussaat muss die physikalische Ruhe durch Skarifikation (Einkerben oder Anschleifen der Schale) oder ein heißes Wasserbad (Übergießen mit kochendem Wasser und Einweichen bis zum Quellen, etwa einen Tag) durchbrochen werden. Auch eine kühle, feuchte Stratifikation (etwa 30–60 Tage bei 4 °C) oder die Aussaat in ein Frühbeet über den Winter hilft. Nach dem Durchbrechen der Ruhe keimen frische Samen schnell und zuverlässig, weshalb sich die Pflanze auch leicht selbst aussät.
Pflege und Verwendung
Dies ist ein beliebter Zierbaum für Straßen, Parks und Alleen, geschätzt als sommerlicher Blühaspekt und für die lange haltbaren, lampionartigen Fruchtbeutel. Die Samen wurden früher als Perlen verwendet, und die Blüten liefern einen gelben Farbstoff. Es ist zu beachten, dass sich die Pflanze in wärmeren Regionen gerne selbst aussät und als etwas ausbreitungsfreudig gilt – allerdings meist weniger als die verwandte Koelreuteria paniculata.
Interessantes
Die auffälligen, rosa „Blütenblätter“ sind eigentlich keine Blüten, sondern aufgeblasene, papierartige Samenhüllen in Form winziger chinesischer Lampions – oft dekorativer und haltbarer als die gelben Blüten selbst. Die Entdeckung der Art wird dem französischen Missionar und Botaniker Père Delavay zugeschrieben, der sie im selben Jahr in Yunnan sammelte, in dem Franchet sie formal beschrieb.
Zusammenfassung
Der zweiflügelige Blasenbaum ist ein dankbarer „zweifach dekorativer“ Baum – zuerst mit gelben Rispen im Hochsommer, dann mit rosa Lampions der Fruchtbeutel. Der Anbau aus Samen ist einfach, wenn die harte Schale durchbrochen wird, und als Belohnung erhält man einen widerstandsfähigen, anspruchslosen und äußerst dekorativen Baum.