Clinostigma samoense – Samoa-Palme
Clinostigma samoense ist eine schlanke, gefiederte Palme aus der Familie der Arecaceae, die von Sammlern wegen ihres kreideweißen, ringförmigen Stamms und der puderblauen Kronenscheide geschätzt wird. Die Art ist ein Endemit der Insel 'Upolu in Samoa, wo sie natürlich in feuchten Nebel- und Regenwäldern in Höhen von etwa 500 bis 1000 Metern über dem Meeresspiegel wächst. Dort ist sie an kühlere Nächte, konstante hohe Luftfeuchtigkeit und gut drainierte, bergige Hänge gewöhnt. Aufgrund ihres engen, eininseligen Verbreitungsgebiets wurde sie von der IUCN als gefährdete Art (Endangered) eingestuft.
Synonyme und Benennung
Die Art wurde 1862 von H. Wendland beschrieben. In der botanischen Literatur ist sie unter mehreren synonymen Namen bekannt, die bei Saatgutlieferanten und in älteren Publikationen verwendet werden:
- Cyphokentia samoensis (H.Wendl.) Warb.
- Clinostigma onchorhynchum Becc.
- Clinostigma powellianum Becc.
- Exorrhiza onchorhyncha (Becc.) Burret
- Lepidorrhachis onchorhyncha Becc. ex Martelli
Im Englischen wird die Art als Samoan palm bezeichnet; der polnische Name „palma samoańska“ ist eine Handelsübersetzung ohne festgelegten botanischen Status.
Botanische Beschreibung und Aussehen
Es handelt sich um eine solitäre Palme, die einen einzelnen, schlanken Stamm bildet, der in der Natur bis zu etwa 25 Meter hoch wird. Der Stamm ist deutlich gerillt, im Jugendstadium fast kreideweiß und nimmt mit dem Alter einen graugrünen Ton an, wobei die charakteristische wachsartige Beschichtung erhalten bleibt. An der Basis ausgewachsener Exemplare entwickelt sich eine dichte Masse von Stützwurzeln (Stelzwurzeln), die die hohe Pflanze im feuchten Bergboden stabilisieren – dies ist eines der markantesten Merkmale der Art.
Die Krone wird von einer deutlichen Kronenscheide (crownshaft) gekrönt, die von puderblau bis limonengrün variiert. Die gefiederten Blätter erreichen eine Länge von bis zu 6 Metern, haben dünne, stark herabhängende Fiederblättchen und bilden eine leichte, herabhängende Krone, die der Palme ein elegantes, „springbrunnenartiges“ Aussehen verleiht. Die Blätter junger Pflanzen sind zunächst ungeteilt oder zweiklappig und entwickeln erst nach ein bis zwei Jahren die vollständige gefiederte Form, was für Beobachter der ersten Wachstumsphasen der Keimlinge überraschend sein kann.
Wachstumsrate und Temperaturtoleranz
Nach dem Anwurzeln wächst Clinostigma samoense relativ schnell, obwohl junge Keimlinge anfangs langsam sein können und Windschutz benötigen. Es handelt sich um eine streng tropische Art mit praktisch keiner Frosttoleranz – die sichere Temperaturgrenze liegt bei etwa 4–7 °C, Frost ist gefährlich für sie. Sie entspricht der USDA-Klimazone 11; eine Freilandkultur ist nur in frostfreien Klimazonen möglich, zum Beispiel in Regionen mit mildesten Wintern oder in den Tropen.
Anbau im gemäßigten Klima
Unter europäischen Bedingungen eignet sich die Samoa-Palme ausschließlich für den Anbau unter Schutz – im Gewächshaus, Wintergarten, Palmenhaus oder in einem hellen, warmen und feuchten Innenraum. Sie benötigt einen stets feuchten, aber gut durchlässigen Boden sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit, wie sie für die Nebelwälder typisch ist, aus denen sie stammt. Junge Pflanzen bevorzugen diffuses Licht und Halbschatten, erwachsene Pflanzen volle Sonne.
Die Überwinterung sollte hell und warm bei einer Mindesttemperatur von etwa 15 °C (sicherer 18 °C) erfolgen, bei hoher Luftfeuchtigkeit und ohne Zugluft. Die Palme eignet sich nicht für kühle Fensterbänke oder Räume, in denen die Temperatur nahe dem Gefrierpunkt fallen kann. Es ist ratsam, stabile Bedingungen ohne starke Schwankungen zu gewährleisten, da diese Art solche Veränderungen schlecht verträgt.
Anzucht aus Samen
Die Samen von Palmen dieser Gruppe sind meist recalcitrant – kurzlebig und empfindlich gegen Austrocknung, daher sollten sie möglichst frisch ausgesät werden. Vor der Aussaat ist es ratsam, sie etwa 24 Stunden in warmem Wasser einzuweichen. Die Keimung erfordert eine hohe und konstante Bodentemperatur, idealerweise zwischen 27 und 32 °C, mit Bodenwärme (Heizmatte oder Keimgerät) und hoher Luftfeuchtigkeit unter Abdeckung. Die Keimung kann langwierig und ungleichmäßig sein – von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten – was Geduld erfordert und davon abhält, die Samen zu früh auszugraben.
Verwendung und Zielgruppe
Clinostigma samoense ist vor allem eine Sammlerpflanze, geschätzt für ihren kreideweißen Stamm, den bläulichen Wachsüberzug und die herabhängenden Blätter. In den Tropen wird sie als spektakulärer Solitär und Akzent in botanischen Gärten gepflanzt; im gemäßigten Klima eignet sie sich für Palmenhäuser, Wintergärten und große helle Innenräume mit kontrollierter Luftfeuchtigkeit. Aufgrund der Gewächshausbedingungen und der Notwendigkeit, frische, kurzlebige Samen zu verwenden, wird sie eher erfahrenen Züchtern mit entsprechender Ausstattung empfohlen.
Interessantes
Die Samoa-Palme wächst natürlich ausschließlich auf der Insel 'Upolu, unter anderem rund um den Kratersee Lanoto'o. Ihr Stamm verändert mit dem Alter seine Farbe – von fast weiß bei jungen Exemplaren bis zu graugrün bei älteren – behält dabei eine wachsartige Schicht, und der Wachsüberzug kann sogar pudrig-bläulich sein. Reife Exemplare bilden an der Basis eine dichte „Krone“ Stelzwurzeln, ähnlich wie einige Mangrovenpalmen, was ihren Sammlerwert zusätzlich erhöht.
Zusammenfassung
Die Samoa-Palme verbindet Seltenheit mit außergewöhnlicher Schönheit – der kreideweiße Stamm, der bläuliche Wachsüberzug und die herabhängenden gefiederten Blätter machen sie zu einem der begehrtesten Exemplare in Palmensammlungen. Für Züchter mit der passenden Ausstattung und Geduld für die langsame Keimung ist sie ein dankbares, langfristiges Zuchtprojekt und zugleich eine Gelegenheit, eine Art zu kultivieren, die in der Natur bedroht und immer seltener wird.