Tacca leontopetaloides – Federblatt-Krąpiel
Tacca leontopetaloides, Federblatt-Krąpiel, ist eine der außergewöhnlichsten tropischen Knollenpflanzen aus der Familie der Dioscoreaceae. Sie ist vor allem bekannt als Quelle der polynesischen Marante (Arrowroot) – einer aus den Knollen gewonnenen Stärke – sowie für ihre erstaunliche Blüte mit langen, fadenförmigen „Fühlern“, die sie den berühmten „Fledermausblumen“ ähnelt.
Synonyme und Nomenklatur
Die Art wurde von Kuntze (1891) beschrieben, ihr Basionym ist Leontice leontopetaloides L. (1753). Die Kew POWO-Datenbank listet etwa 33 Synonyme auf; die wichtigsten sind:
- Leontice leontopetaloides L. (Basionym)
- Tacca pinnatifida J.R.Forst. & G.Forst.
- Tacca pinnatifida Gaertn.
- Tacca involucrata Schumach. & Thonn.
- Tacca sativa Rumph. ex Reider
- Tacca hawaiiensis H.Limpr.
- Tacca oceanica Seem.
- Tacca artocarpifolia Seem.
- Tacca madagascariensis Bojer
- Tacca quanzensis Welw.
- Arum gracile Roxb.
- Chaitaea tacca Sol. ex Seem.
Im Englischen wird die Pflanze als „Polynesian arrowroot“, „East Indian arrowroot“, „Fiji/Tahiti arrowroot“ und „batflower“ bezeichnet, in den Sprachen des Pazifiks unter anderem als pia, masoa, mahoaʻa, yabia und gapgap; die deutsche Bezeichnung lautet Federblatt-Krąpiel.
Herkunft und Aussehen
Die Art stammt aus einem weiten Gebiet der Tropen der Alten Welt und des Pazifiks – von tropischem Afrika und Madagaskar über Indien und Südostasien bis nach Nordaustralien und zahlreiche Inseln Ozeaniens. Diese große Verbreitung ist teilweise auf die bewusste Ausbreitung der Pflanze durch austronesische Seefahrer als „Reisepflanze“ (canoe plant) zurückzuführen.
Es handelt sich um eine geophytische Staude, die 0,5–1,5 m hoch wird und in der Trockenzeit in eine unterirdische, stärkehaltige Knolle abstirbt. Die einzelnen Blätter sind riesig, tief hand- bis fiederförmig eingeschnitten und sitzen an langen, gerillten Stielen. Die Blüte ist ein Doldenstand auf einem hohen Stiel, umgeben von blattartigen Hochblättern, mit zahlreichen herabhängenden, fadenförmigen Anhängseln (Hochblättern) von 10–20 cm Länge. Die Frucht ist eine fleischige, gerippte Beere mit zahlreichen Samen.
Frostbeständigkeit und Anbau
Krąpiel ist eine streng tropische, frostempfindliche Pflanze, die für die USDA-Zonen 10–11 geeignet ist; sie wird bereits bei Temperaturen unter etwa 15°C beschädigt. In gemäßigtem Klima wird sie in Töpfen an einem warmen, feuchten und geschützten Ort mit diffusem Licht kultiviert. Im Sommer mag sie Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit, im Winter ruht ihre Knolle – dann hält man sie warm und fast trocken.
Anbau aus Samen
Die Samen werden vor der Aussaat 24–72 Stunden in warmem Wasser eingeweicht und dann flach (2–4 mm) in ein leichtes, humusreiches, durchlässiges Substrat gesät, das konstant feucht gehalten wird. Entscheidend sind hohe Temperatur (25–30°C) und Luftfeuchtigkeit – am besten in einem abgedeckten Mini-Gewächshaus. Die Keimung ist langsam und ungleichmäßig und dauert meist 1 bis 9 Monate, daher sollte man die Kultur nicht zu früh aufgeben.
Sicherheit und Verwendung
Rohe Knollen enthalten bittere, leicht giftige Verbindungen, deshalb werden sie traditionell vor dem Verzehr mehrfach gespült, um reine, weiße Stärke zu gewinnen – die polynesische Marante, die für Puddings und Desserts (z. B. das hawaiianische Haupia) verwendet wird. Die Pflanze diente auch als Quelle für Klebstoff und natürlichen Versteifer. In unserem Angebot ist sie vor allem eine außergewöhnliche Zier- und Sammlerpflanze.
Interessantes
Krąpiel pierzastodzielna war die klassische „Reisepflanze“ des alten Pazifiks – austronesische Seefahrer verteilten ihre Knollen in Kanus als zuverlässige, „Hungersnot“-Stärkequelle auf entlegenen Atollen. Ihre bizarre Blüte mit langen „Schnurrhaaren“ zeigt die Verwandtschaft zu den berühmten Fledermausblumen (Tacca chantrieri, T. integrifolia).
Zusammenfassung
Tacca leontopetaloides ist eine Pflanze für geduldige Exotiksammler – sie belohnt mit großen, skulpturalen Blättern und einer der seltsamsten Blütenstände unter den Einkeimblättrigen. Sie benötigt tropische Wärme, Feuchtigkeit und Nachsicht bei der langsamen Keimung, aber das Ergebnis ist wirklich außergewöhnlich.