Hibiscus trionum – Südliche Ketmie (Flower-of-an-hour)
Hibiscus trionum, südliche Ketmie (auch dreiteilig genannt), ist eine anmutige, leicht zu ziehende einjährige Pflanze aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie ist bekannt für ihre cremegelben Blüten mit einem dunklen, purpurroten bis bordauxfarbenen Zentrum, den dekorativen, aufgeblasenen Kelch und dafür, dass jede Blüte nur wenige Stunden hält – daher der englische Name „flower-of-an-hour“.
Synonyme und Benennung
Die Art wurde von Linnaeus (1753) beschrieben. Die Kew POWO-Datenbank listet etwa 25 Synonyme auf; die wichtigsten sind:
- Ketmia trionum (L.) Scop.
- Hibiscus africanus Mill.
- Hibiscus ternatus Cav.
- Hibiscus vesicarius Cav.
- Hibiscus trionum var. vesicarius (Cav.) Hochr.
- Trionum annuum Medik.
- Trionum cordifolium Moench
Auf Englisch wird die Pflanze „flower-of-an-hour“, „bladder hibiscus“, „bladder ketmia“ und „Venice mallow“ genannt, auf Deutsch „Stundenblume“; auf Polnisch heißt sie ketmia południowa und ketmia trójdzielna. Es ist die nördlichste Art der Gattung Hibiscus.
Herkunft und Aussehen
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art umfasst Osteuropa und Mitteleuropa bis zum Mittelmeerbecken und die Westhimalaya – interessant ist, dass POWO auch Polen aufführt (die Pflanze kommt hauptsächlich in wärmeren, südöstlichen Regionen vor). Die Art ist zudem auf anderen Kontinenten weit verbreitet und gilt dort oft als Unkraut in Kulturen. Es handelt sich um eine niedrige, einjährige (selten zweijährige) krautige Pflanze mit einer Höhe von 20–50 cm und leicht rau behaarten Stängeln.
Die Blätter haben zwei Formen – die unteren sind flach gelappt, die oberen tief 3–5-teilig und grob gefiedert. Die Blüten sind einzeln, bis zu 8 cm im Durchmesser, mit fünf cremefarbenen bis hellgelben Blütenblättern und einem dunklen, purpur-schwarzlichen Zentrum, das als „Leitfaden“ für Insekten dient. Charakteristisch ist der aufgeblasene, blasenförmige, „Laternen“-Kelch, der nach dem Verblühen die reifende, fünffächerige Kapsel mit kleinen schwarzen Samen umgibt.
Frosthärte und Anbau
Die Südliche Malve wird fast in jeder Zone als einjährige Pflanze kultiviert – sie durchläuft ihren Zyklus in einer Saison und sät sich reichlich selbst aus, weshalb wir als Filterwert 3 annehmen (in allen Zonen als einjährige Pflanze kultiviert). Sie mag volle Sonne sowie einen leichten, durchlässigen, steinigen Sandboden; sie verträgt nährstoffarme und zeitweise trockene Böden und ist nach dem Anwachsen trockenheitsresistent. Frostempfindliche Triebe sterben am Ende der Saison ab, neue Pflanzen keimen aus der Selbstaussaat.
Anbau aus Samen
Es ist eine sehr einfache Pflanze, die gerne keimt und sich so reichlich selbst aussät, dass sie in vielen Regionen als Unkraut gilt. Man sät sie im Frühling nach dem Frost direkt ins Freiland oder 6–8 Wochen vorher in Töpfe aus. Eine leichte Schürfung oder nächtliches Einweichen beschleunigt die Keimung, ist aber nicht notwendig. Die Samen werden flach in Wärme (18–22 °C) ausgesät; die Keimung erfolgt meist innerhalb von 1–3 Wochen.
Verwendung und Hinweise
Es ist eine dankbare, dekorative einjährige Pflanze für Beete und naturnahe Gärten, geschätzt für ihre ungewöhnlichen, creme-bordeauxfarbenen Blüten und dekorativen, aufgeblasenen Samenkapseln. Man sollte beachten, dass sie in vielen Regionen als Unkraut in Kulturen und Ruderalflächen gilt – um die Selbstaussaat zu begrenzen, können verblühte Blüten mit Kapseln entfernt werden.
Interessantes
Jede Blüte lebt nur sehr kurz – oft nur wenige Morgenstunden – was der Pflanze die Namen „flower-of-an-hour“ und das deutsche „Stundenblume“ eingebracht hat. Die Pflanze hat auch einen cleveren Mechanismus zur Samenbildung: Wenn in den ersten Stunden keine Fremdbestäubung erfolgt, rollt sich der Griffel ein und berührt die eigenen Staubbeutel, wodurch die Selbstbestäubung ausgelöst wird. Die dunkle Mitte der Blüte erzeugt dabei einen schwachen, irisierenden „blauen Heiligenschein“, der Insekten die Orientierung erleichtert.
Zusammenfassung
Die Südliche Malve ist eine der einfachsten dekorativen Einjährigen – sie wächst schnell, blüht gerne und erneuert sich durch Selbstaussaat. Es reicht, sie an einem sonnigen, durchlässigen Standort auszusäen, um sich an ungewöhnlichen „Stundenblumen“ und dekorativen lampionartigen Kapseln zu erfreuen.