Philodendron cretosum – Philodendron cretosum
Philodendron cretosum ist ein selten vorkommender, kletternder Philodendron aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae), der erst 1997 beschrieben wurde. Er zeichnet sich durch ungewöhnlich schmale und längliche, ledrige Blätter sowie weißen, kreideartigen Saft aus. Die Pflanze ist fast ausschließlich botanisch und sammlerisch von Interesse und selten in Kultur.
Synonyme und Nomenklatur
Die Art wurde von Croat und Grayum (1997) beschrieben. Die Kew POWO-Datenbank akzeptiert sie als eigenständige Art und führt keine Synonyme auf. Die Pflanze hat keinen etablierten deutschen Trivialnamen – im Handel wird sie unter dem wissenschaftlichen Namen geführt.
- Keine Synonyme in der Kew POWO-Datenbank
- Das Epitheton cretosum = lateinisch „kreidig“, bezogen auf den weißen, kreideartigen Saft
Im polnischen Handel verwenden wir den Namen Philodendron cretosum – als handelsübliche Wiedergabe des lateinischen Namens.
Herkunft und Aussehen
Die Art stammt aus Mittelamerika – aus Costa Rica und Panama – wo sie in feuchten tropischen und vorgebirgigen Wäldern vom Meeresspiegel bis etwa 900 m Höhe wächst, hauptsächlich entlang von Wasserscheiden. Es ist ein kletternder, epiphytischer oder halbephytischer Philodendron mit verlängerten Stängeln und charakteristischem weißem, kreideartigem Saft.
Das auffälligste Merkmal ist die Blattform: schmal, bandförmig, linear bis invers-lanzettlich, 29–85 cm lang bei nur 5–12 cm Breite (also etwa 5–8 mal länger als breit), ledrig-papierartig und halbglänzend. Das ist ungewöhnlich für Philodendren, bei denen breite, herzförmige Blätter dominieren. Die Blüte ist eine Hülle (9–13,5 cm), außen blassgrün bis grünlich-weiß, innen weißlich, die die Kolben umschließt.
Frosthärte und Kultivierung
Philodendron cretosum ist eine streng tropische, frostempfindliche Pflanze (USDA-Zonen 10–11). In gemäßigtem Klima wird sie als Topf- und Zimmerpflanze kultiviert, in Wärme (am besten etwa 20–28 °C, nicht unter ca. 15 °C). Sie bevorzugt helles, diffuses Licht (ohne direkte Sonne), stets feuchte, humose und durchlässige Erde sowie hohe Luftfeuchtigkeit. Als natürliches Klettergewächs wächst sie am besten an einer Stütze – einem Moosstab, an dem sie emporklettert.
Anbau aus Samen
Die Samen der Araceae sind kurzlebig (recalcitrant) und verlieren nach dem Austrocknen schnell ihre Keimfähigkeit, daher müssen sie frisch, so schnell wie möglich nach der Reinigung vom Fruchtfleisch, ausgesät werden. Man sät sie oberflächlich (nicht tief bedecken) in ein feuchtes, luftiges, humoses Substrat aus, hält eine hohe Luftfeuchtigkeit (Abdeckung, Mini-Gewächshaus) und Wärme (25–30 °C) sowie helles, diffuses Licht. Die Kultivierung wird vor allem durch die Verfügbarkeit frischer, lebensfähiger Samen dieser seltenen Art erschwert – deshalb bewerten wir sie als schwierig.
Sicherheit und Verwendung
Es handelt sich um eine dekorative, sammelwürdige Blattpflanze, geschätzt für ihre ungewöhnlichen, langen und schmalen, glänzenden Blätter sowie ihren kletternden Wuchs. Sicherheitshinweis: Wie alle Araceae enthalten alle Pflanzenteile Calciumoxalat (Raphide) – sie sind reizend und giftig beim Kauen oder Verschlucken, und der Saft kann Haut und Augen reizen. Die Pflanze sollte von Kindern und Tieren ferngehalten werden.
Interessantes
Der Name cretosum („kreidig“) stammt vom charakteristischen weißen, kreidigen Saft – eine seltene Eigenschaft unter mittelamerikanischen Philodendren. Die Pflanze bricht auch mit dem Stereotyp des „typischen Philodendrons“: Statt eines breiten, herzförmigen Blattes hat sie eine lange, schmale, bandartige Blattspreite, die etwa 85 cm lang und nur ca. 12 cm breit wird.
Zusammenfassung
Philodendron cretosum ist ein Highlight für Aroidensammler – eine seltene Art mit ungewöhnlichen, langen und schmalen Blättern sowie kreidigem Saft. Der Anbau aus Samen ist anspruchsvoll (wichtig sind Frische der Samen, Wärme und Feuchtigkeit), aber als Belohnung erhält man eine wirklich außergewöhnliche, kletternde Zimmerpflanze.