Albizia versicolor – Bunte Albizia
Albizia versicolor, die bunte Albizia, ist ein imposanter afrikanischer Baum aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), bekannt für seine breite, ausladende Krone und flauschigen, cremefarbenen Blüten. Das Epitheton „bunt“ bezieht sich auf das sich verfärbende Laub. Dieser schöne Schattenbaum bietet Insekten Nahrung, aber seine Hülsen sind für Rinder giftig.
Synonyme und Benennung
Die Art wurde von Welw. ex Oliv. (1871) beschrieben. Die Kew POWO-Datenbank listet mehrere Synonyme auf, darunter:
- Feuilleea versicolor (Welw. ex Oliv.) Kuntze
- Albizia mossambicensis Sim
- Albizia versicolor var. mossambicensis Schinz
Auf Englisch wird die Pflanze „poison-pod albizia“, „large-leaved false-thorn“ und „large-leaved albizia“ genannt, auf Afrikaans „grootblaarvalsdoring“ und in afrikanischen Sprachen unter anderem umvangazi und mkenge; auf Polnisch heißt sie albicja różnobarwna. Der Artname versicolor bedeutet „bunt“.
Herkunft und Aussehen
Die Art stammt aus dem tropischen und südlichen Afrika – von Kongo und Kenia bis Südafrika (KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga), wo sie in lichten Wäldern, Buschland und bewaldeten Savannen wächst, oft in Wassernähe, bis etwa 1700 m Höhe. Es ist ein mittelgroßer bis großer, laubabwerfender Baum, der meist 8–10 m (bis zu 20 m) hoch wird, mit geradem Stamm und flacher bis runder, ausladender Krone, die manchmal doppelt so breit wie hoch ist.
Die Blätter sind groß, doppelt gefiedert, mit 1–3 (bis zu 5) Paaren von Abschnitten, jeder mit 2–5 Paaren relativ großer, samtig behaarter Fiederblättchen bis zu 70 × 50 mm. Junge Blätter sind seidig und rosarot, reife glänzend olivgrün, im Herbst gelblich. Die Blüten duften zart, sind in halbkugelförmigen Köpfen angeordnet, cremeweiß bis rosa-gelblich, und ihr flauschiges Aussehen entsteht durch weiße Staubblätter bis zu 7 cm Länge. Die Früchte sind flache, dünne, papierartige Hülsen bis 23–27 cm lang mit etwa sechs abgeflachten Samen.
Frosthärte und Anbau
Albizia versicolor ist ein wärmeliebender, frostempfindlicher Baum (USDA-Zonen 10–11), der nur leichte Fröste verträgt. In gemäßigtem Klima wird er in Töpfen an vollsonnigen Standorten kultiviert und vor Frost geschützt. Er bevorzugt durchlässige, sandige bis lehmige Böden und ist, einmal etabliert, trockenheitsresistent, mag aber die Nähe von Wasser. Als Hülsenfrüchtler bindet er Stickstoff und bereichert den Boden, ohne dabei ein invasives Wurzelsystem zu entwickeln.
Anbau aus Samen
Frische Samen benötigen keine Behandlung – sie können direkt ausgesät werden (ca. 80–90 % Keimrate innerhalb von 30 Tagen). Gespeicherte Samen mit harter Schale werden mit heißem Wasser übergossen und über Nacht eingeweicht, dann am nächsten Tag ausgesät. Die Aussaat erfolgt im Sommer in einer Mischung aus Flusssand und Kompost. Es ist ratsam, die Hülsen direkt vom Baum zu sammeln, da heruntergefallene Samen oft von Insekten befallen sind. Die Anzucht ist einfach – hohe und schnelle Keimfähigkeit ohne Stratifikation.
Verwendung und Sicherheit
Dieser attraktive Zierbaum und Schattenspender eignet sich für große Gärten und Parks und zieht Bienen, Vögel und Schmetterlinge an; sein hartes, termitenresistentes Holz wird gelegentlich in der Tischlerei verwendet. Wichtiger Sicherheitshinweis: Hülsen und Samen sind für Nutztiere giftig (daher der Name „poison-pod albizia“), besonders junge Hülsen sind toxisch und verursachen bei Rindern, Schafen und Ziegen eine Krankheit namens Albiziose. Samen sollten von Tieren und Kindern ferngehalten werden.
Interessantes
Das Epitheton versicolor („vielgestaltig“) bezieht sich auf die Farbwechsel der Pflanze – junge Blätter sind rosa-rot, reife olivgrün und im Herbst gelb, während die Hülsen von grün-rot bis hellbraun wechseln. Obwohl die Hülsen für Rinder giftig sind, knacken Papageien die Samen und fressen sie, und Elefanten sowie Kudus knabbern gerne an den Blättern.
Zusammenfassung
Albizia versicolor ist ein schöner, ausladender Baum mit farbenfrohem Laub und flauschigen Blüten, leicht aus Samen zu ziehen und stickstoffanreichernd für den Boden. Es ist eine dankbare Sammlerpflanze und Zierart – man sollte jedoch die Frostempfindlichkeit und die Toxizität der Hülsen für Tiere beachten.