Albizia myriophylla – Albizia myriophylla („Lakritz-Albizia“)
Albizia myriophylla ist eine tropische Albizia aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), ein kletternder, dorniger Strauch mit außergewöhnlich gefiedertem Laub. In Südostasien wird sie vor allem als natürlicher Ersatz für Lakritz geschätzt – ihr Holz, ihre Triebe und Wurzeln sind süß und werden zudem in der traditionellen Medizin verwendet.
Synonyme und Nomenklatur
Die Art wurde von Bentham (1844) beschrieben, der Basionym ist Acacia myriophylla Steud. Die Kew POWO-Datenbank listet etwa 9 Synonyme auf; die wichtigsten sind:
- Acacia myriophylla Steud. (Basionym)
- Mimosa microphylla Roxb.
- Albizia microphylla (Kuntze) J.F.Macbr.
- Feuilleea microphylla Kuntze
- Acacia roxburghii Kostel.
- Acacia foliolosa Graham
- Albizia myriophylla var. foliolosa Baker
- Albizia thorelii Pierre
Auf Thailändisch heißt die Pflanze cha-em-thet („thailändische Lakritz“), auf Englisch „liquorice tree/vine“; die deutsche Bezeichnung in unserem Shop lautet Albizia myriophylla. Das Epitheton myriophylla bedeutet „mit unzähligen Blättchen“ – interessant ist, dass einige Synonyme auf dem gegenteiligen microphylla („kleinblättrig“) basieren.
Herkunft und Aussehen
Die Art stammt aus dem tropischen Asien – von Assam und Indien über Indochina (Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha) bis zum nördlichen Teil der malaiischen Halbinsel, wo sie an Waldrändern, sandigen Flussufern und gestörten Standorten wächst. Es ist ein kletternder, scandenter Strauch oder Liane, manchmal ein kleiner Baum, mit Trieben, die mit kleinen, hakenförmigen Dornen zum Klettern versehen sind.
Die Blätter sind doppelt gefiedert und außergewöhnlich gefiedert – mit 8–20 Paaren von Abschnitten, von denen jeder etwa 25–60 Paare kleiner Blättchen trägt (daher der Name „mit unzähligen Blättchen“). Die Blüten sind in flauschigen Köpfchen zu Rispen zusammengefasst; typisch für Albizia bestehen sie aus zahlreichen weißen Staubblättern, die einen cremigen „Pompon“-Effekt erzeugen. Die Frucht ist eine flache, dünne, papierartige Hülsenfrucht von 15–20 cm Länge mit mehreren Samen.
Frosthärte und Anbau
Albizia myriophylla ist eine streng tropische, frostempfindliche Pflanze (USDA-Zonen 10–11), die nicht an Frost angepasst ist. In gemäßigtem Klima wird sie im Topf kultiviert: warm, in voller Sonne und bei mäßiger Feuchtigkeit, geschützt vor Frost – in Polen als Pflanze unter Glas oder im Haus. Sie bevorzugt durchlässigen, sogar sandigen Boden (wächst in der Natur an Flussufern). Als Hülsenfrüchtler bindet sie atmosphärischen Stickstoff und bereichert den Boden.
Anbau aus Samen
Die Samen haben, wie bei den meisten Hülsenfrüchtlern, eine harte, undurchlässige Schale, weshalb sie eine Ruhephase durchbrechen müssen. Üblicherweise werden sie mit heißem Wasser übergossen und 12–24 Stunden eingeweicht; wenn sie nicht quellen, wird die Schale eingeritzt (Skarifikation) und erneut eingeweicht. Nach dem Durchbrechen der Ruhephase werden sie in warmes (25–30 °C), feuchtes, durchlässiges Substrat ausgesät – die Keimung erfolgt dann schnell und zuverlässig. Der Anbau ist einfach, die einzige Hürde ist die harte Schale.
Verwendung und Sicherheit
In Südostasien sind Holz, Triebe und Wurzeln dieser Albizia süß und dienen als Ersatz für echte Lakritze – ihre Süße stammt von triterpenoiden Saponinen (Albiziasaponinen) und nicht von Zucker. In der traditionellen Medizin wurde die Wurzel gegen Halsschmerzen, Husten sowie als schleimlösendes und tonisierendes Mittel verwendet. In unserem Angebot ist sie vor allem eine außergewöhnliche Sammler- und Zierpflanze mit gefiedertem Laub.
Interessantes
Sie ist eine der wenigen Pflanzen, die natürlich süß sind, aber keinen Zucker enthalten – ihr lakritzartiger Geschmack stammt von triterpenoiden Saponinen, die chemisch weder mit Rohrzucker noch mit Glycyrrhizin der echten Lakritze verwandt sind. Im Gegensatz zur bekannten Seidenalbizia (Albizia julibrissin) ist sie kein Schattenbaum, sondern eine dornige Kletterpflanze, die sich mit hakenförmigen Dornen festhält.
Zusammenfassung
Albizia myriophylla ist ein Angebot für Liebhaber exotischer Pflanzen – gefiederte Blätter, flauschige weiße Blüten und süßes, lakritzartiges Holz machen sie wirklich außergewöhnlich. Der Anbau aus Samen ist nach dem Durchbrechen der harten Schale einfach; sie benötigt nur Wärme und Schutz vor Frost.